Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Galerie, wir freuen uns, Sie zur aktuellen Doppelausstellung einladen zu dürfen:

1) FOTOAUSSTELLUNG "CHET GOES 88" VON 9.3.2017 - 2.4.2017:

CHET BAKER IN LUCCA 1961-62, ARCHIVIO CAMERAPHOTO

Ein Hauch von Melancholie und gleichzeitig rauher Lebenslust umweht den legendären Jazzmusiker Chet Baker. 88 Jahre alt wäre Chet Baker 2017 geworden. Und eine weitere Konnotation verbindet ihn mit der Metapher für Unendlichkeit: 1988 starb Chet Baker in Amsterdam. Es war Freitagnacht, 13. Mai 1988, als ein Mann eine Bar in Amsterdam verliess und auf dem Bürgersteig vor dem Hotel Prins Hendrik einen leblosen Körper liegen sah. Im Lichte des Vollmonds, auf der Seite liegend, blutüberströmt, eine zerbrochene Brille lag neben der Leiche. Die Umstände des Todes wurden nie restlos aufgeklärt. Eine Bronzetafel an der Hotelwand befestigt erinnert: Hier starb der Jazztrompeter und Sänger Chet Baker.

30 Jahre vor diesem tragischen Ende, verbrachte Chet Baker glückliche und dramatische Momente seines Lebens in der pittoresken toskanischen Stadt Lucca. Einquartiert in Raum 15 des Hotels Universo spielte er Trompete auf der Fensterbank des Hotelzimmers, tollte ausgelassen im Park mit seiner Freundin, besuchte den Schallplattenladen um die Ecke, besprach sich mit seinem Agenten. Unterbrochen wurde die Idylle durch die Verhaftung und anschließende Gefängnishaft wegen Drogenbesitzes.

Die Fotos, die GERSHON VIENNA GALLERY nun zeigt, sind seltene Zeitdokumente dieses phänomenalen Jazzmusikers. Lange bevor ich die Fotos von Chet Baker in Lucca kannte, habe ich regelmässig das Hotel Universo besucht und, wann immer möglich, das Zimmer 15 gebucht. Eine seltene Faszination sich vorzustellen, wie Chet seine Tage hier verbracht hat, wie er mit seiner Trompete die Spaziergänger der Piazza Napoleone zum Innehalten verleitete. Songs notierte, las und sich ganz einfach von der plüschigen Dekadenz des ' Universo' einlullen liess. 

 Prof. Georges Luks, März 2017

2) "SALON PHOTO INTERNATIONAL: KLAPETZ - LANGER - TEJEDOR"

FOTOAUSSTELLUNG 9.3.2017 - 2.4.2017

Drei junge Fotokünstler in ihrer ganzen Unterschiedlichkeit: Florian Klapetz, Marisa Langer und Jose Luis Tejedor. Zusammengefasst im ersten "JEUNE SALON PHOTO" der Galerie. Dreimal durch die Augen bzw. Linsen der Künstler ein Blick in ihre besondere Wirklichkeit.

Hyperrealistisch, mit der Poesie des Augenblicks: Florian Klapetz. Ein Reisender, Suchender in ständiger Bewegung zwischen der Heimat und den Nachbarländern.                                                                                                                                     

Die eigene Reflexion als Selbstporträt: Marisa Langer. Ein Spiel mit Licht, Reflexion und Unverhofftem, um erlebte Momente intensiv und nicht konstruiert festhalten zu können.                                                                                                             

Die Welt als Übergangsszenario: Jose Luis Tejedor. Fremden Wesen aus einer hauchzarten Vorstellungswelt und Szenen der menschlichen Vergänglichkeit und Dynamik in Bezug zur Ruhe und Dauerhaftigkeit der Stadtlandschaft.

Gemein ist ihnen die Liebe zur Fotografie mit einer -trotz junger Jahre- unverwechselbaren und wiedererkennbaren Bildstilistik. Lassen Sie sich ent- und verführen in die Welten und Momente ihrer Wirklichkeit(en)...

An dieser Stelle eine Danksagung an Frau Patricia Heigl von PHADO ART für die Vermittlung von Jose Luis Tejedor.

Dr. Alex Vogel, März 2017