Fulvio Roiter

Fulvio ROITER (* 1926 Meolo, † 2016 Venedig)

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Fulvio Roiter war ein italienischer Fotograf, der vor allem im Bereich der Reisefotografie arbeitete. International bekannt wurde er in den 1950er-Jahren durch Bildbände über Venedig. Er gilt als einer der besten italienischen Fotografen der Nachkriegszeit.
Roiter war gelernter Chemiker; seit 1947 arbeitete Roiter als selbständiger Fotograf und die notwendigen Kenntnisse erwarb er autodidaktisch. 1948/49 schloss er sich der von Paolo Monti gegründeten Fotografengemeinschaft La Gondola di Venezia an. Roiter arbeitete zwei Jahrzehnte lang vor allem in Schwarzweiß; zu Beginn der 1970er-Jahre wechselte er zur Farbfotografie. 1954 erschien in Lausanne Roiters erstes Buch Venise À Fleur D’Eau, das ihn weltweit bekannt machte. 1955 produzierte er für den Schweizer Verlag Editions Clairfontaine den Bildband Ombrie. Terre de St. François mit Fotografien aus Umbrien, die einen Bezug zu Franz von Assisi hatten. Das Buch wurde 1956 in Frankreich mit dem Prix Nadar ausgezeichnet. In den folgenden Jahren unternahm Roiter ausgedehnte Reisen durch Europa und Südamerika.

Ab 1968 arbeitete Roiter für das Züricher Verlagshaus Atlantis, für das er Bildbände über Südamerika, Afrika und Asien produzierte. 1977 entstand mit Essere Venezia (deutscher Titel: „Traumhaftes Venedig“) Roiters kommerziell erfolgreichstes Buch, das eine Gesamtauflage von über 600.000 Exemplaren erreichte. Insgesamt veröffentlichte Roiter mehr als 70 Bildbände.
Roiters Werk wird international vor allem mit Venedig in Verbindung gebracht. Die Tageszeitung La Repubblica würdigte ihn in einem Nachruf als „den Fotografen, der das romantische Venedig erfunden hat.“ Seine Bilder wurden vielfach international ausgestellt. Sie illustrieren zahlreiche belletristische Werke, darunter einige Ausgaben der Venedig-Krimis von Donna Leon. Er starb nach kurzer Krankheit 89-jährig im April 2016 in einem Krankenhaus in Venedig.