SALON PHOTOGRAPHIQUE

Parallel zur Ausstellung "Frederic Pajak - Originalzeichnungen" findet in der GERSHON VIENNA GALLERY ein "SALON PHOTOGRAPHIQUE" vom 10.6. bis 15.7.2016 statt.

Werke von Fulvio Roiter, Fritz Mühlemann, Pia Bimashofer-Duesmann und aus dem ARCHIVIO CAMERAPHOTO stehen rund um das PhotoBookVienna Festival in der Brotfabrik teilweise erstmalig zur Verfügung.

Fulvio ROITER (* 1926 Meolo, † 2016 Venedig)

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Fulvio Roiter war ein italienischer Fotograf, der vor allem im Bereich der Reisefotografie arbeitete. International bekannt wurde er in den 1950er-Jahren durch Bildbände über Venedig. Er gilt als einer der besten italienischen Fotografen der Nachkriegszeit.
Roiter war gelernter Chemiker; seit 1947 arbeitete Roiter als selbständiger Fotograf und die notwendigen Kenntnisse erwarb er autodidaktisch. 1948/49 schloss er sich der von Paolo Monti gegründeten Fotografengemeinschaft La Gondola di Venezia an. Roiter arbeitete zwei Jahrzehnte lang vor allem in Schwarzweiß; zu Beginn der 1970er-Jahre wechselte er zur Farbfotografie.

1954 erschien in Lausanne Roiters erstes Buch Venise À Fleur D’Eau, das ihn weltweit bekannt machte. 1955 produzierte er für den Schweizer Verlag Editions Clairfontaine den Bildband Ombrie. Terre de St. François mit Fotografien aus Umbrien, die einen Bezug zu Franz von Assisi hatten. Das Buch wurde 1956 in Frankreich mit dem Prix Nadar ausgezeichnet. In den folgenden Jahren unternahm Roiter ausgedehnte Reisen durch Europa und Südamerika. Ab 1968 arbeitete Roiter für das Züricher Verlagshaus Atlantis, für das er Bildbände über Südamerika, Afrika und Asien produzierte. 1977 entstand mit Essere Venezia (deutscher Titel: „Traumhaftes Venedig“) Roiters kommerziell erfolgreichstes Buch, das eine Gesamtauflage von über 600.000 Exemplaren erreichte. Insgesamt veröffentlichte Roiter mehr als 70 Bildbände.
Roiters Werk wird international vor allem mit Venedig in Verbindung gebracht. Die Tageszeitung La Repubblica würdigte ihn in einem Nachruf als „den Fotografen, der das romantische Venedig erfunden hat.“ Seine Bilder wurden vielfach international ausgestellt. Sie illustrieren zahlreiche belletristische Werke, darunter einige Ausgaben der Venedig-Krimis von Donna Leon. Er starb nach kurzer Krankheit 89-jährig im April 2016 in einem Krankenhaus in Venedig.

Fritz MÜHLEMANN (* 1950 Bern)

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K640_20160219_143657_resized  K640_20160219_143757_resized  Plakat Mühlemann

Nach dem Studium der Jugendpsychologie und knapp 15 Jahren Unterrichtstätigkeit in Psychologie und psychosozialer Medizin für Pflegepersonal und Studenten war Fritz Mühlemann von 1992-97 Leiter der Schweizer Bildungswerkstatt in Zürich mit den Schwerpunkten Fotografie, Video, Theater und Literatur. Seit 1998 ist er Bereichsleiter am BFF Bern (Berufs-, Fach- und Fortbildungsschule).
Neben mehreren Publikationen mit Gedichten und Fotos hat Fritz Mühlemann seit 2005 zahlreiche Ausstellungen und Fotoprojekte verwirklicht.
Neben den immer wiederkehrenden Krähen und Raben befasst er sich in Wort und Bild mit Notizbilder-Büchern, dem Aramäischen Notierprojekt, Korrespondenzen und auch den eigenen Wurzeln. Zahlreiche Ausstellungen und mehrere Bücher begleiten seinen künstlerischen Weg.
Seine Selbstbeschreibung lautet „Alchemist und Kompaniekommandant, Säufer und Vereinspräsident, Verrückter und Bürger, lebe mit vielfachem Herz, mit Bildern, die ihre Wahrheit im Widerspruch finden...“ (www.frizzmuehlemann.ch).
Zu seinen Einflüssen und Werken sagt Mühlemann: „Ich setze mich intensiv auseinander mit Träumen und ihrer Bedeutung in verschiedenen Kulturen und Zeiten. Rose Ausländers Gedichte inspirieren mich „in meinen Tiefträumen weint die Erde Blut… du fragst mich was ich will ich weiss nur dass ich träume dass der Traum mich lebt…“ (Mein Atem heisst jetzt, Gedichte). Bereits ab 1975 beginne ich mit Traumtagebüchern von meinen eigenen Träumen. In meinem Schreiben orientiere ich mich dann auch öfters am Traum, an diesem pulsierenden Strom von Bildern mit gelegentlichen Einsprengseln von Sprache. Dieser Strom, in dem die Dinge und die Menschen und die Beziehungen sich jeden Augenblick neu erschaffen und aus dem Zusammenhang fallen und sich diesen laufend neu zusammensetzen. Die Begeisterung am Bluesharp-Spiel führt zur intensiven Auseinander-setzung mit Fragen des Rhythmus. Aus der bildenden Kunst (Expressionismus, Surrealismus) kommen wichtige Impulse für das fotografisch-bildnerische Gestalten und die Herangehensweise an und Wahrnehmung von Sujets.“

Pia BIMASHOFER-DUESMANN

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Pia Bimashofer-Duesmann wurde als DIE Szenefotografin der Tageszeitung „Kurier“ in den 1980er Jahren bekannt. Gemeinsam mit ihrem Mann Reinhard Bimashofer gestaltete sie die Kolumne „Leute von heute“, in der die gesamte inländische Prominenz und nahezu alle internationalen Stars (auf Besuch in Österreich) vor ihrer Linse landeten. Neben klassischer Reportagefotografie fanden sich aber immer wieder Momente, in denen die Künstlerin -trotz des journalistischen Zeitdrucks einer Tageszeitung- sehr eindrucksvolle Szenen dieser Ikonen der Neuzeit im öffentlichen Leben und manchmal auch privat festhalten konnte. Pia Bimashofer-Duesmann arbeitet als freiberufliche Fotografin für zahlreiche Tages- und Magazinmedien in deustchsprachigen Raum.
David Bowie gefielen seine Fotos vom Wienkonzert 1987 so gut, daß er sie beim Folgebesuch in Wien für Pia Bimashofer-Duesmann persönlich mit Widmung versah und handsignierte. Jedes Bild stellt somit ein absolutes Unikat dar und erinnert an das 2016 verstorbene Pop-Chamäleon mit den Personalisierungen „Thin Duke“ aka „Aladdin Sane“ aka „Ziggy Stardust“ aka „Major Tom“...

„STARS IN VENICE“ aus dem ARCHIVIO CAMERAPHOTO

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Eine kleine Gruppe von Pressefotografen gründete in den 50er Jahren die CAMERAPHOTO in Venedig. Diese Fotografen hielten das Treiben rund um die international berühmten Plattformen der Lagunenstadt, wie etwa das Filmfestival, die Kunst-Biennale, aber auch das “ganz normale Leben in Venedig”, fest. Ergebnis ist ein riesiges Archiv an Schwarzweiss-Fotografien. Darunter, als Sahnehäubchen quasi, die Stars der jeweiligen Anlässe, wie Brigitte Bardot, Sophia Loren oder Paul Newman und Federico Fellini. Aber auch Koryphäen der Kunst wie Salvador Dali, Igor Strawinsky oder Joan Miro. Es sind auf der einen Seite qualitativ hochstehende Schwarz-weiss Aufnahmen, die auf der anderen Seite auch geprägt sind von einer fast spielerischen Intimität zwischen Fotograf und seinem Gegenüber.