R.OSWALD “CAPRICCI VENEZIANI” 7.12.17 – 15.1.18

Der Künstler:

 

Robert Oswald (geb. 1966 in Österreich) ist Fotograf, der mit seiner allerersten Ausstellung surrealistische Fotos aus Venedig zeigt. Wohlbekanntes aus "La Serenissima" vermischt sich in seinen Werken mit überraschenden Elementen des Alltags, der Imagination und manchmal auch mit bewussten Disharmonien zu einem Ganzen, das bereits mit dieser ersten Serie eine unverkennbare stilistische Handschrift des Künstlers Robert Oswald zeigt. Seine Liebe zur Stadt der Städte ist unverkennbar, auch wenn er manchmal eine fast schalkhafte Ironie mitschwingen lässt....

Robert Oswald sagt in Eigenbetrachtung seines künstlerischen Werdeganges:

"Rückblickend war am Anfang das Bild. Von seinem Vater gefertigte Kopien alter Meister, darunter Francesco Guardi, der einer seiner Wegweiser werden wird. Das mit wertlosen Zahlen ausgepreiste und im Museum aufgebahrte Bild wird vom Reproduzierten ersetzt und damit auch ergänzt. Zerknittert, gerastert, mit Fingerabdrücken und Flecken in den Farben alter Zunft werden sie zum Fetisch. Eingehüllt in den Duft von Leinöl und Terpentin sind sie sein Vademecum. Seine erste Kopie ein Dali, seine letzte ein Vermeer und dazwischen viel Raum um eigenes auszuloten. Wo kein Bild, wird das Nichts gerahmt.

Dem Angelus Novus gibt er eine Kamera und aus den Trümmern baut er Bilder gegen die Ohnmacht und den Schwindel. Er stellt sich der digitalen Bilderflut. Klick. Der Bildermacher. Venedig wird sein persönlicher Kassasturz. 200 Capricci. Die Getriebenheit weicht der Gelassenheit mit der er nun Behauptungen an den Beginn eines jeden seiner Bilder setzt. Behauptungen mit der eleganten Unverschämtheit, wie sie immer am Beginn eines Mythos stehen. Auf der Suche nach dem verlorenen Hier und Jetzt finden Pixel ihren Weg aufs Papier, das alte Spiel."

Ausstellung „CAPRICCI VENEZIANI“:

Robert Oswald hat -in seiner gewohnt kritischen Distanz zur eigenen Arbeit- erst nach Jahrzehnten des künstlerischen Schaffens jetzt den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt. Gleichzeitig kann er damit bereits in seiner Erstausstellung auf eine sehr persönliche Auswahl aus rund 200 „Capricci“ rund um seine Lieblingsstadt Venedig zurückgreifen.

Ursprünglich als sehr persönliches Buch einer noch viel persönlicheren Beziehung zu „La Serenissima“ gedacht, verselbständigen sich jetzt einzelne Werke aus den „Capricci“, um dem Betrachter - in einer weit über das gedachte Buchformat hinausgehenden Erscheinungsgröße - noch viel besser den Detailreichtum und die Liebe zum Suchbild (mit zum Teil überraschenden Effekten) in Robert Oswalds Arbeit vermitteln zu können.

Der Betrachter sieht sich vielfach einer höchstvertrauten Szene, einem Detail aus dem venezianischen Stadtbild gegenüber, das dann völlig unerwartet mit einem Alltagsobjekt, einer Stimmung, einem Traumbild oder einem Fremdkörper ins Surreale gleitet und ein ganz anderes Venedig der Fantasie offenbart. Dieses beinahe unterbewusste Venedig kann noch viel hintergründiger - als das schon in der Realität ganz spezielle Erlebnis der Lagunenstadt - sein...da schwebt ein steinernes Papierschiff fast schon in Tarnfarbe eine Treppe herab, Kanäle entpuppen sich als reine Potemkinsche Dörfer, die verloren im Ozean treiben...

Robert Oswald überrascht seinen Betrachter gerne und sein bildlicher Einfallsreichtum ist groß. Manchmal spürt man ihm auch die Ironie in all der eigenen Liebe zur Stadt an, wenn er bewusst heftige Verzerrungen erzeugt, um mit einer schalkhafter Bildsprache gleichzeitig einzumahnen, daß die Schönheit Venedigs zu einem langsamen Sterben verurteilt ist, wenn sie weiterhin jedes Jahr von Millionen Besuchern konsumiert wird.

De Chirico, Dali, Moholy Nagy, Man Ray, ja sogar Bosch...diese Bilder steigen im Kopf auf und man stellt fest, daß Gedanken, Bilder und Variationen des Surrealismus, Futurismus, Dadaismus, Symbolismus und der Phantastische Malerei im 21. Jahrhundert fotografische Entsprechung finden und gleichzeitig synthetisch weiterentwickelt werden. Robert Oswald verwendet sehr viel Bemühung in die perfekte Farbgebung, Schattenwirkung und Einpassung seiner synthetischen Elemente, sodaß bei einigen Details ein mehrfaches Hinsehen erforderlich wird, ob es sich denn jetzt um ein Element des zugrunde liegenden Originalbildes oder einen gewünschten Zusatz handelt...

Elemente aus anderen Fotoarbeiten, Zitate aus der historischen Malerei, farbliche Verfremdungen und Verzerrungen finden alle Eingang in das kompositorische Endbild des Künstlers. Das Schweben einzelner Objekte, manchmal sogar gigantischer Bauwerke, erzeugt die notwendige Dynamik innerhalb seiner Bilder, als bewusster Kontrapunkt zu manchmal fast erstarrten Situationen, die sich auch im Surrealismus immer wieder finden.

Insgesamt gelingt es Robert Oswald (und hier ist auch die jahrelange Vorbereitung des letztlich In-Erscheinung-Tretens spürbar) immer wieder Kompositionen zu schaffen, die berühren. Sei es durch den Widerspruch des gleichsam Vertraut-Fremden, sei es durch eine Wirklichkeit, die in der Tradition einer Uhr Salvador Dalis langsam, aber unaufhaltsam über eine Kante ins Fantastische kippt...

Die Werke (Originalfotos, alle mit Auflage 10 Stk., betitelt und signiert, Formate 40x50cm gerahmt, Preis je Foto € 350, Großformate 60x80cm € 480). Abgesehen vom ausgestellten Großformat können alle Werke auch in größeren Maßen auf Bestellung (teilweise bis 100x70cm, Preis € 600) auf Kundenwunsch gefertigt werden.